Marianne Reher (1921-2015)

Thema: Förder*innen
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Eine herausragende Förderin des Museums bis über ihren Tod hinaus

Mehrmals hatten wir die Gelegenheit, Frau Marianne Reher bei Ausstellungseröffnungen als Ehrengast begrüßen zu dürfen. Im Jahre 2014 konnte Frau Reher anlässlich der Eröffnung der Teilausstellung „Kammer, Küche, Keller“ auch vor der Presse ihre persönlichen Erinnerungen an das einstige Leben im Bürgerhaus vermitteln. Und Mitte Juni 2015 konnte sie den zweiten Teil der ‚Stadtgeschichte‘ feierlich eröffnen. Durch ihre erfrischende Art und ihren großen Bekanntenkreis war Marianne Reher längst selbst zu einer ‚Segeberger Institution‘ geworden…
Zwischendurch hatte ich Gelegenheit in persönlichen Gesprächen – auch bei ihr zu Hause – ihren quicklebendigen Erzählungen zu lauschen. – Eine sprudelnde Quelle lebhaftester Erinnerungen an ein Segeberg aus über 80 Jahren!

Mit ihrer Mutter Anna Eberhardt zog Marianne Reher 1932 von Hamburg nach Bad Segeberg. Bis 1971 wohnte sie hier in der Lübecker Straße 14 – gegenüber dem Alt-Segeberger Bürgerhaus. Das älteste Wohnhaus der Stadt befand sich zuletzt (von 1897 bis 1926) im Besitz des Segeberger Schlachters Heinrich Dose sen. und wurde nachfolgend von dessen Sohn, Schlachtermeister Heinrich Christian Dose (dem Stiefvater von Marianne Reher) übernommen. Mit ihrem Mann Walter betrieb Marianne Reher bis 1970 die Schlachterei, die sie von ihrem Vorgänger Heinrich Christian Dose auf der gegenüberliegenden Straßenseite übernommen hatten, weiter. Als gern gesehene Nachbarin und häufiger Gast kannte Marianne Reher sämtliche Bewohner des Alt-Segeberger Bürgerhauses, zu denen zeitweilig auch Walter Reher als Kind gehört hatte (!) und die bis 1949 Mieter Heinrich Doses jun. waren und bis 1959 Mieter der Stadt Bad Segeberg. Ihre vielfältigen Erinnerungen an die Bewohner und ihre plastischen Erzählungen über deren Wohnverhältnisse im ältesten Wohnhaus der Stadt Bad Segeberg haben mir einen tiefen Einblick und eine nachhaltige Vorstellung vom Leben im Alt-Segeberger Bürgerhaus verschafft.

Die Rekonstruktion der Siegesburg

Thema: Stadtgeschichte
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Nach den wenigen zeitgenössischen Abbildungen, rekonstruierten Geländemodellen und weiteren Aspekten konnte der gesamte Gebäudebestand der Burg in einen Grundriss übersetzt und anschließend nachmodelliert werden. So tauchten die Vorburg, die Hauptburg und auch der alles überragende Bergfried aus dem Dunkel der Geschichte wieder auf. Ebenso ist der einzige bis heute erhaltene Rest der Burg – die untere Hälfte des Burgbrunnens – auf dem Modell wieder mit seinem Brunnenhaus an der historischen Stelle dargestellt.

Im Museum wird die Burg mit allen ihren Herrschafts- und Wirtschaftsgebäuden, ihren Mauern und Türmen und mit ihrem Torhaus mit der Zugbrücke erklärt. Auch der kleine „Geheimeingang“ ist auf dem Modell zu sehen!

Die Animation „Segeberg anno dom. 1600“ (im Museum) verdeutlicht die Lage der Burg auf dem (noch vollständigen) Kalkberg oberhalb der frühneuzeitlichen Stadt Segeberg.
Nach einer Besichtigung des Modells sehen „Segeberger Bergsteiger“ den Kalkberg mit ganz neuen Augen…

Die Rekonstruktion der Burganlage wird in einem Beitrag im 18. Jahresband der Wartburg-Gesellschaft erläutert (erscheint Frühjahr 2018).

Eine Ausstellung in Zeiten …

Thema: Stadtgeschichte
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800 Jahre Stadtgeschichte Segeberg – Von der mittelalterlichen Burgsiedlung zum modernen Kurort

Hier können sich Einwohner und Besucher Bad Segebergs gleichermaßen die Grundzüge der Stadtentwicklung in einer übersichtlichen Dauerausstellung aneignen.

Stadtmodell Bad Segeberg

In den hinteren Räumen des Bürgerhauses spürt die zweite Dauerausstellung die Stadtgeschichte der vergangenen 800 Jahren auf:

Der erste Teil zeigt die Entstehung der frühen Holzhütten-Siedlung im Schatten des riesigen Kalkberges und der Siegesburg seit dem 12. Jahrhundert und die Entwicklung zur Fürstenresidenz unter dem Statthalter des dänischen Königs, Heinrich Rantzau im 16. Jahrhundert. Im Zentrum dieses Raumes steht das große Stadtmodell Segeberg um 1600 mit der Rekonstruktion der Siegesburg, die bis zu ihrer Zerstörung 1644 den Mittelpunkt des einstigen Stadtbildes prägte.

Modell und Schautafeln der Marienkirche
Marien-Kirche

Im zweiten Raum wird Segebergs Weg von einer verarmten Handwerkerstadt der Frühen Neuzeit zum mondänen Badeort mit pompösem Kurhaus nachgezeichnet, und die Entstehung der landesweit bekannten Karl-May-Spiele in der brachliegenden NS-„Thingstätte“ aufgezeigt.

Mittels Original-Exponaten, Modellen, Ansichten und kurzen Texten entsteht in einem Rundgang durch die acht Jahrhunderte ein eindrückliches Bild von der Stadt Segeberg in ihrer historischen Entwicklung.